Freemium vs. Paid: Welche Preisstrategie ist die richtige für dein SaaS-Business?

Veröffentlicht am 25.09.2025
Lesezeit: 4 Minuten
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Freemium vs. Paid: Welche Preisstrategie ist die richtige für dein SaaS-Business?

Freemium vs. Paid: Wie du das optimale Preismodell für dein SaaS findest

Die Wahl des passenden Preismodells ist eine der wichtigsten Entscheidungen für jeden SaaS-Unternehmer und jede Agentur mit technischem Fokus. Freemium und Paid (also rein kostenpflichtige Angebote) sind dabei die beiden gängigen Modelle, die in der Praxis sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern können. Was passt zu deinem Unternehmen, deinem Produkt und deiner Zielgruppe? In diesem Beitrag möchte ich dir praxisnah und aus unternehmerischer Sicht zeigen, wo die Unterschiede liegen, welche Vor- und Nachteile du kennen solltest und wie du die richtige Entscheidung für dein Business triffst.

Freemium: Kostenlos starten, später zahlen

Das Freemium-Modell ist inzwischen weit verbreitet, gerade bei SaaS-Produkten. Die Idee ist simpel: Nutzer können dein Produkt kostenlos testen und bekommen einen echten Mehrwert – allerdings oft mit limitiertem Funktionsumfang, eingeschränktem Support oder Nutzungsgrenzen. Wer mehr will, muss zahlen.

Einige populäre Beispiele aus der Praxis sind Slack, Trello oder auch Dropbox. Sie alle setzen auf eine breite Basis an Gratis-Nutzern, aus denen sich nach und nach zahlende Kunden rekrutieren lassen.

Vorteile von Freemium

  • Schnelles Wachstum: Niedrige Einstiegshürden führen oft zu viralem Wachstum und vielen Anmeldungen.
  • Marktdurchdringung: Selbst kleine und skeptische Unternehmen testen dein Produkt – und du sammelst wertvolles Nutzerfeedback.
  • Upselling-Potenzial: Mit cleveren Triggern und Limitierungen kannst du gezielt zum Upgrade motivieren.
  • Netzwerkeffekte: Je mehr Nutzer, desto attraktiver wird oft dein Service (z. B. bei kollaborativen Tools).

Nachteile von Freemium

  • Hohe Kosten: Gratis-Nutzer erzeugen Infrastruktur- und Supportkosten, ohne direkt Umsatz zu bringen.
  • Niedrige Conversion-Rate: Oft liegt die Quote der zahlenden Nutzer bei unter 5 %, ein Großteil bleibt kostenlos.
  • Wertwahrnehmung: Manche Kunden sehen Gratis-Angebote als weniger wertvoll an und unterschätzen dein Produkt.
  • Komplexeres Onboarding: Du musst die Nutzer gezielt zu den bezahlten Features und zum Mehrwert führen.

Paid-Only: Nur wer zahlt, nutzt

Das Paid-only-Modell geht einen anderen Weg: Dein Produkt steht ausschließlich zahlenden Kunden zur Verfügung. Es gibt keine kostenlose Version, höchstens eine begrenzte Testphase oder Demo.

Gerade spezialisierte B2B-Tools, Agentur-Software oder technische Plattformen setzen oft auf dieses Modell. Paradebeispiele sind HubSpot CRM (ab gewissem Umfang), Basecamp oder viele Projektmanagement-Suiten.

Vorteile von Paid-Only

  • Höhere Wertschätzung: Wer zahlt, nutzt dein Produkt mit größerem Commitment und sieht den Wert dahinter.
  • Bessere Margen: Du investierst nur in Kunden, die auch tatsächlich Umsatz bringen, und kannst den Support besser steuern.
  • Gezieltes Onboarding: Du betreust von Anfang an interessierte und investierte Nutzer.
  • Klarere Zielgruppe: Du fokussierst dich auf Kunden, die bereit sind zu investieren – das erleichtert Positionierung und Marketing.

Nachteile von Paid-Only

  • Höhere Einstiegshürde: Ohne Gratis-Version ist die Akquise oft schwieriger, gerade für unbekannte Marken oder neue Tools.
  • Weniger virales Wachstum: Empfehlungen und organisches Wachstum sind seltener, weil der Nutzerkreis kleiner bleibt.
  • Weniger Feedback: Potenzielle Verbesserungen oder neue Features werden seltener aus der Breite der Nutzer angestoßen.

Wie triffst du die richtige Entscheidung?

Ob Freemium oder Paid-Only: Beide Modelle können erfolgreich sein – entscheidend ist, wie sie zu deinem Produkt, deiner Zielgruppe und deiner Strategie passen. Hier sind einige praxisnahe Leitfragen, die du dir stellen solltest:

  • Wie komplex ist dein Produkt? (Komplexe B2B-Lösungen profitieren eher vom Paid-Modell)
  • Wie groß ist dein Markt und wie schnell willst (oder musst) du wachsen?
  • Wie hoch sind deine Infrastruktur- und Supportkosten?
  • Wie stark unterscheiden sich kostenlose und kostenpflichtige Features?
  • Wie steht es um deinen Brand-Trust? (Bekannte Marken kommen leichter ohne Freemium aus)

Hybride Ansätze: Testphasen & Feature-Gates

Viele erfolgreiche SaaS-Unternehmen setzen auf hybride Modelle: Sie bieten zum Beispiel eine zeitlich begrenzte kostenlose Testphase (Free Trial), gefolgt von einem Upgrade auf Paid. Alternativ gibt es Feature-Gates: Basisfunktionen sind frei, Premium-Features kostenpflichtig. Auch Staffelpreise nach Nutzerzahl oder API-Zugriff sind beliebt.

Fazit: Kenne deine Kunden und deine Zahlen

Am Ende entscheidet dein Geschäftsmodell, welche Preisstrategie am besten zu dir passt. Freemium kann ein echter Wachstumstreiber sein, bringt aber auch operative Herausforderungen mit sich. Paid-Only sorgt für klare Verhältnisse, verlangt aber nach überzeugendem Marketing und echter Differenzierung. Wichtig ist: Teste, messe und höre auf das Feedback deiner Zielgruppe. Und denke daran: Du kannst Preisstrategien anpassen – aber nur, wenn du deine Zahlen kennst und bereit bist, flexibel zu handeln.

Welche Erfahrungen hast du mit Freemium oder Paid gemacht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen oder schreib mir direkt!

Hannes Fehre

Über den Autor

Ich bin Hannes Fehre, Gründer von BootHtml. Seit 2020 teile ich mein umfangreiches Technik-Wissen und unterstütze Unternehmen bei der digitalen Transformation. Mit My-Coach-Finder als eigenden erfolgreichen SaaS-Unternehmen. Und einer Passion für innovative SaaS-Lösungen helfe ich Ihnen, Ihr Business auf das nächste Level zu heben.